Selbstverteidigung für Kinder & Jugendliche

Bereits Erwachsene, besonders Frauen, fühlen sich in der heutigen Zeit immer weniger sicher.

Sie gehen Abends nicht mehr allein auf die Straße und haben auf dem Weg zur Arbeit oft ein ungutes Gefühl. Wie sieht es da erst in unseren Kindern aus?

Medien berichten von Übergriffen. Mobbing ist auch in Schulen an der Tagesordnung. Kinder sind oft jahrelang sexuellen Übergriffen von Bekannten oder gar Verwandten ausgesetzt.

Wir können unsere Kinder nicht vor allem beschützen. Aber wir können ihnen helfen, sich selbst zu schützen.

In Selbstverteidigungskursen für Kinder und Jugendliche werden diese nicht nur auf Gefahrensituationen vorbereitet.

Ihnen wird geholfen, diese zu erkennen und Übergriffe unter Umständen zu vermeiden.

Denn sie sind aufgrund ihrer Wesensart und körperlichen Eigenschaften leichte Opfer.

Bleiben Sie am Ball.

Wir geben Ihnen gerne noch mehr Tipps und Techniken mit auf den Weg - für Sie und Ihre Familie.

Deswegen werden spezielle Kurse zur Selbstverteidigung für Kinder angeboten, die ihre physikalische Benachteiligung auffangen.

Es gibt unterschiedliche Arten und Formen der Selbstverteidigung für Kinder.

Wer kann an einem Training teilnehmen?

Bereits Kleinkinder können lernen sich selbst zu verteidigen.

Oft werden die Kurse geschlechtsübergreifend angeboten. Es gibt aber auch spezielle Kurse ausschließlich für junge Mädchen.

Denn auch diese haben mit einer erhöhten Hemmschwelle Gewalt anzuwenden zu kämpfen.

Diese Hemmschwelle zu reduzieren und den jungen Mädchen Selbstsicherheit zu vermitteln ist Hauptaugenmerk von Selbstverteidigungskursen.

Grundsätzlich wird angenommen, dass ein Mindestalter von 12 Jahren gegeben sein muss.

Denn erst ab diesem Alter können sich Kinder effektiv zur Wehr setzen und auch einen erwachsenen, ihnen überlegenen Angreifer überwältigen.

Zudem kommt bei Kindern hinzu, dass sie bereits nach wenigen Übungsstunden der Meinung sind, sich effektiv verteidigen zu können.

Das ist natürlich falsch.

Ziele

Viele Eltern verfolgen das Ziel, dass ihre Sprösslinge selbstbewusster und selbstsicherer werden.

Ihre Kinder sollen lernen Gefahrensituationen schneller zu erkennen. Sie sollen sich zur Wehr setzen können.

Hier lernen sie effektive Kampf- und auch Abwehrtechniken. Klassische Kampfsportarten für Kinder sind dabei Karate und Judo.

Schwierigkeiten

Auch nach längerem Training; man kann sich nie sicher sein, ob man auch tatsächlich einem Angriff eines überlegenen Erwachsenen gewachsen ist.

Doch die natürliche Angst der Kinder wird mit Aufbau ihres Selbstbewusstseins geringer.

Und das kann dazu führen, dass sich Kinder unwissentlich und kopflos in gefährliche Situationen begeben.

Auch hier setzen Selbstverteidigungskurse an.

Kinder werden effektiv geschult Situationen wahrzunehmen und sie richtig einzuschätzen.

Ideale Bedingungen

Kinder sollten immer aus Eigenmotivation und Interesse einen Kurs zur Selbstverteidigung besuchen.

Findet er auf freiwilliger Basis statt, so kann von einem erfolgreichen Trainingserfolg ausgehen.

Wer mit Motivation und Engagement trainiert, der trainiert in der Regel besser.

Auch wird bei Kindern häufiger Spaß an der Bewegung in den Vordergrund gestellt. Die Selbstverteidigung steht seltener im Mittelpunkt.

Kinder sollen an sich und mit ihren Leistungen wachsen.

Selbstverteidigungskurse sind auch gut für die soziale Entwicklung des Kindes. Sie lernen Teil einer Gruppe zu sein.

Auch wirken sich Erfolgserlebnisse auf die kindliche Entwicklung und die Stärkung ihres Selbstbewusstsein aus.

Raus aus der Opferrolle

Gerade bei Gewalt an Schulen gibt es bestimmte Verhaltensweisen von Kindern, die sie zu einem leichten Opfer machen.

Unsicherheit und fehlendes Selbstbewusstsein sind zwei davon.

Wer bereits gesenkten Kopfes und ängstlich über den Schulhof schleicht, signalisiert schnell, dass er leichte Beute für Mobber und Gewalttäter ist.

Unsere Kinder sollen keine Proleten werden, aber sie sollen signalisieren, dass sie wissen, was sie wollen und was sie nicht wollen.

Und dass sie das im Zweifelsfall auch durchsetzen.

Angst darf nicht lähmen

Bereits bei Kindergartenkindern macht ein Selbstverteidigungskurs Sinn. Nicht, dass die Jüngsten bereits Kampftechniken perfektionieren sollen.

Vielmehr sollen sie lernen Gefahren zu erkennen. Sie sollen lernen, wo diese lauern und wie sie damit umgehen.

Statistisch gesehen kommen die Täter am häufigsten aus dem Umfeld der Kinder.

Somit muss bereits im Kleinkindalter vermittelt werden, dass diese „bösen Menschen“ nicht immer böse aussehen.

Und das, ohne die Kinder vollends zu verängstigen. Eine schwierige Aufgabe, die Fingerspitzengefühl und Erfahrung erfordert.

Die Kleinen sollen lernen, eine gewisse Skepsis und gesunde Angst zu entwickeln. Diese darf aber weder lähmen noch verstören.

Sie soll helfen im Ernstfall richtig zu entscheiden und zu reagieren.

Selbstverteidigung Mädchen

pixabay.com © Pezibear

Ein klares Nein und der Mut zum Gespräch

Die Täter leben oft von der Angst der Kinder. Diese lassen sich leicht einschüchtern.

Sie lassen sich manipulieren und haben oft noch nicht genug Selbstbewusstsein, sich gegen einen Erwachsenen durchzusetzen.

In einem Kurs für Selbstverteidigung Mädchen und Jungen dieses Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu geben, ist eine der wichtigsten Aufgaben.

Die Selbstbehauptung steht an oberster Stelle und kann somit Vergehen bereits im Keim ersticken.

Kinder müssen früh lernen, welche Art der körperlichen Zuneigung zu viel ist und wie sie reagieren können.

Ein Gespräch mit den Eltern über eventuelle Übergriffe oder negative Erfahrungen muss zur Selbstverständlichkeit werden und darf kein Tabu-Thema sein.

Selbstverteidigung für Jugendliche

Bei Jugendlichen ist der Anspruch an einen solchen Kurs ganz anders.

Jugendliche sind bereits charakterfester als Kleinkinder und müssen daher sehr individuell gecoacht werden.

An der Schwelle zum Erwachsenenalter haben sich meist drei verschiedene Wesensmerkmale herausgebildet, die unterschiedlichen Input brauchen.

Ein Nenner für verschiedenste Typen

Auch bei der Selbstverteidigung für Jugendliche gilt: Konfliktlösung vor Gewalt.

So müssen die einen noch zur Selbstbehauptung animiert werden.

Andere müssen lernen, ihre Aggressionen in den Griff zu bekommen um sich in Extremsituationen nicht selbst zu gefährden.

Die schüchternen und ängstlichen Typen sollen in einem solchen Kurs mehr Selbstvertrauen bekommen.

Sie müssen, vor allen Verteidigungstechniken, einen aufrechten Gang und einen standhaften Blick üben.

„Hör auf zu signalisieren, dass du das Opfer bist lautet die erste Lektion.

Ganz anders die coolen Draufgänger. Ihnen müssen anfangs eher ihre Grenzen aufgezeigt werden.

Ihnen muss signalisiert werden, dass sie sich durch ihre Selbstüberschätzung irgendwann ernsthaft in Gefahr bringen können.

Hier heißt es für den Coach auch heraus zu finden, ob und was durch diese Coolness unter Umständen versteckt werden soll.

Mit den Realisten unter den Jugendlichen kann man am leichtesten arbeiten, da sie in ihren Worten und Handlungen ganz bei sich sind.

Sie wissen, was sie können. Sie wissen aber auch genau, was sie nicht können.

Selbstverteidigung durch gewaltfreie Lösungen

Gerade unter Jugendlichen herrscht die Meinung vor, dass ein Selbstverteidigungskurs dem Erlernen irre effektiver Kampftechniken dient.

Die Varianten körperlicher Verteidigung können mit Jugendlichen tatsächlich umfassender trainiert werden als mit kleinen Kindern. Doch ein solcher Kurs dient auch der Gewaltprävention.

Die Jugendlichen sollen lernen, Konflikte auch verbal zu lösen. Gewalt darf nur die letzte Lösung sein. Und Weglaufen ist eine Option.

Selbstbehauptung steht auch hier vor Gewaltanwendung. Somit ist Selbstverteidigung für Jugendliche auch ein erster Kurs in Sachen Konfliktmanagement.

Selbstverteidigung für Mädchen

Mädchen nehmen beim Thema Gewalt eine besondere, vor allem besonders traurige Rolle ein.

Zum einen ist die Zahl der sexuellen Übergriffe an Mädchen um ein Vielfaches höher als an Jungs. Zum anderen wird Mädchen oft noch immer suggeriert, sie seien das schwache Geschlecht.

Den Satz „Du bist ein Mädchen, du kannst das nicht“ hören die Kleinen bereits auf dem Spielplatz oder im Kindergarten.

Und da gerade sie oft schüchtern und unsicher sind, lehrt die Selbstverteidigung Mädchen, klare Grenzen zu ziehen und selbstbewusst Nein zu sagen.

Für sie ist es weniger wichtig wirklich zu kämpfen. Sie sollen aber lernen, sich trotz ihrer körperlichen Unterlegenheit zu befreien und zu verteidigen.

Selbstbehauptung

Wenn die Mädchen einen Selbstverteidigungskurs besuchen, können sie fließend reden, klar. Aber machen sie im Ernstfall auch davon Gebrauch?

Gerade wenn Mädchen in einem solchen Kurs unter sich sind, entwickelt sich in kurzer Zeit eine ganz tolle Eigendynamik.

Sie tauschen sich aus, machen sich Mut. Sie wissen, dass sie nicht allein mit ihrer Angst sind. Und sie erfahren, wie andere damit umgehen.

Sie unterhalten sich nach und nach ganz ungezwungen über ein vermeintliches Tabu-Thema. Eine der wichtigsten Voraussetzungen.

So sollen sie lernen, sich auch jemanden an zu vertrauen, wenn es zu einer unangenehmen Situation gekommen ist.

Es ist nie zu spät und nie zu früh

Selbstverteidigung für Kinder und Jugendliche ist nicht vom Alter oder Geschlecht abhängig. Jungen und Mädchen haben unterschiedliche Voraussetzungen und Charaktere.

Trotzdem sollen alle das gleiche lernen – sich schützen.

Somit macht es Sinn, einen solchen Kurs mit fortschreitenden Alter zu wiederholen.

Es wird auf bereits Erlerntem aufgebaut. Wissen wird aufgefrischt. Neue Techniken werden erlernt.

Das Selbstvertrauen wird gestärkt und wenn nötig das vorhandene Gewaltpotential justiert.

Sicher zur Schule und zurück

Können Sie sich noch an das tolle Gefühl erinnern, als sie damals frohen Mutes stolz mit ihrem ersten eignen Tornister zur Schule laufen durften?

Der Schulweg ist der erste Weg zum eigenen Leben. Diesen alleine zu beschreiten ist ein großartiges Gefühl. Denn als kleiner Knirps sieht die Welt noch ganz anders aus.

Dass der Schulweg gerade aber Eltern heutzutage mehr und mehr schwer im Magen liegt, ist leider aber auch eine nicht zu leugnende Tatsache.

Sie fühlen sich Unbehagen ihren Sprössling allein des Weges schreiten zu lassen, so allgegenwärtig sind Ängste, Bedrohungen und Gefahren, die bereits doch auch schon auf dem Schulweg lauern könnten.

Die Angst wird geschürt, der Schutz des Kindes und des Jugendlichen steht im Vordergrund.

Doch immer mit einem Fokus auf das Vertrauen auf die Selbständigkeit des Heranwachsenden die Welt um sich herum so zu erschließen, wie er sie erkennt und wahrnimmt, liebt, lebt und fühlt.

Heute wird auf Selbstverteidigung gesetzt. Der Schutz zum Selbstschutz. Die Selbstverteidigung für Jugendliche wird zum zentralen Thema auch auf dem Schulweg.

Daher folgen nun einige Selbstverteidigung Tipps und Selbstverteidigungstricks.

Effektive Selbstverteidigung auf dem Schulweg

Der Schulweg ist ein oft und häufig abgeschrittener Weg. Er gehört zur Routine und kann daher zur Gefahr werden.

Wer Sicherheit und Schutz auf dem Schulweg garantieren möchte, der kann seinem Kind ans Herz legen die einzelnen Schulwege nach Möglichkeit nicht alleine zu beschreiten.

Macht auch gleich viel mehr Spaß, wenn man sich austauschen kann.

Während die Freude an der Gemeinsamkeit geweckt wird, ist auf der anderen Seite eine gesunde Distanz zu Fremden zu wahren.

Hier gilt an ein gesundes Einschätzungsvermögen des Kindes zu appellieren. Sowie auf dieses zu setzen, zu vertrauen und es ebenfalls zu fördern.

Dies geht am besten im ständigen und steten Dialog.

Ein sicherlich spaßiger unter den Selbstverteidigungstricks ist das Schreien üben. Hier finden besonders kleinere Schulkinder besonders Gefallen.

Doch auch Jugendliche dürfen das Schreien weder vergessen noch verlernen.

Das Schreien gilt dabei ebenso als effektive Selbstverteidigung wie das Üben flinker Ausweich- und Rennaktionen.

Wichtig ist beim Training und den Tipps zur Selbstverteidigung, dass nicht nur dem Kind Verteidigungsstrategien an die Hand gegeben werden, sondern dass man sich mit diesen gleichermaßen auseinandersetzt.

Hierbei geht es darum, beim Kind ein Gefühl für potentielle Gefahren zu sensibilisieren, aber sie nicht in eine Welt aus Angst und Schrecken zu leiten.

Die Sorge liegt bei den Eltern, um das Wohl des Nachwuchses. In jedem Alter.

Dennoch ist es wichtig, dass sich die Kinder darauf konzentrieren, in ihrer Selbstverteidigung auch ein gesundes Gespür für Gefahren- und sichere Zonen zu entwickeln.

Zehn sichere Tipps für den Schulweg

  1. Abgehen. Ist der Schulweg neu, so bietet es sich an diesen mit dem Kind und / oder Jugendlichen abzulaufen. So prägt sich das Kind den Weg besser ein und findet sich besser zurecht.
  2. Freunde. Nach Möglichkeiten kann der Schulweg mit mehreren Schülern zusammen abgegangen werden.
  3. Abstand. Auf dem Schulweg wie auf allen anderen Wegen ist generell Abstand von Fremden zu wahren und halten.
  4. Alarm. Lockt ein Fremder gar mit Geheimnissen, so haben beim Kind Alarmglocken zu schlagen und sich von diesem Angebot zu distanzieren.
  5. Codewort. Für brenzlige Situationen kann auch mit dem Kind und Jugendlichen ein Codewort vereinbart werden. Lediglich wenn eine andere Person diese Wort benutzt, kann und soll sich der Jugendliche in Sicherheit wiegen.
  6. Schreien. Auch das Schreien üben wird als sinnvolle Strategie zur Verteidigung und Entschärfung einer Gefahrensituation betrachtet.
  7. Menschenkenntnis. Lernt das Kind eine gesunde Einschätzung seiner Umwelt, so hilft es auch das Einbinden von Passanten mit ihm zu üben. So weiß er schnell auf welchen Schlag Mensch vertrauen kann und von wem Unterstützung und Hilfe zu erwarten ist.
  8. Rechten und Pflichten. Weiß der Jugendliche um seine Rechten und Pflichten, so kann es sich auch gut und galant durch den Alltag manövrieren.
  9. Spaß oder Ernst. Kindern und Jugendlichen ist der Unterschied zwischen Spaß und Ernst zu erklären.
  10. Erwachsen werden. Dass Sie dies auf ihrem Weg zum Erwachsen werden lernen, ist besonders wichtig und zentral.

Author: WehrDichJetzt

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