Selbstbehauptung Definition: Was ist das?

Inhaltsverzeichnis

Übergriffe gegen die eigene Person sind beängstigend! Dabei spielt es häufig keine Rolle, ob es sich um Übergriffe mit Worten oder um körperliche Gewalt handelt.

Beides ist sehr schmerzhaft.

Definitionen und gesetzlicher Hintergrund

Die Verteidigung gegen Übergriffe mit Worten (z.B. Mobbing) wird als Selbstbehauptung bezeichnet.

Die Verteidigung gegen körperliche Angriffe bezeichnet man als Selbstverteidigung.

Bei Selbstbehauptung geht es darum, dass Sie Ihr Selbstbewusstsein stärken und keine Opferhaltung einnehmen.

Bitte beachten Sie, dass die Grenzen zwischen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung häufig fließend sind.

Trotzdem wäre es unangemessen, auf Mobbing mit Schlägen zu reagieren. Beim Selbstschutz müssen Sie ebenfalls im Rahmen bleiben.

Bleiben Sie am Ball.

Wir geben Ihnen gerne noch mehr Tipps und Techniken mit auf den Weg - für Sie und Ihre Familie.

Sie können keinen Taschendieb, der bereits am Boden liegt, weiter treten bis dieser stirbt.

Oder wenn Sie jemand schubst, wäre es unverhältnismäßig, den Angreifer mit einer Waffe anzugreifen.

Im deutschen Gesetz beschreiben die Worte Notwehr und Nothilfe die Abwehr einer unmittelbaren, rechtswidrigen Bedrohung.

Notwehr bezeichnet die Verteidigung der eigenen Person. Nothilfe bezeichnet die Verteidigung einer anderen Person, die unrechtmäßig bedroht wird.

Sobald die Bedrohung nicht mehr unmittelbar ist, müssen Sie allerdings aufhören Gewalt einzusetzen.

Ansonsten gehen Sie über den Selbstschutz hinaus und werden vor dem Gesetz selbst zum Täter.

Falls Sie die Anweisungen des Gesetzes beachten, sind Sie sicher vor Klagen auf Schadensersatz.

Deeskalation statt Gewalt

Häufig werden die Begriffe „Selbstverteidigung“ und „Deeskalation“ also missverständlich verwendet.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wo der Unterschied liegt.

Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche Verhaltensstrategien. Diese sollen Opfern von Übergriffen oder Zeugen von Aggressionen helfen.

Ziel ist es sich in Sicherheit zu bringen oder Konfliktsituationen zu beruhigen.

Bei Selbstverteidigung geht es im einfachsten Sinne darum, einen Angriff effektiv abwehren zu können.

Im Falle eines Überfalls soll das Opfer ohne körperliche oder geistige Beschwerden entkommen.

Bei der Deeskalation geht es darum, eine aufgeheizte Stimmung zu beruhigen. Man versucht also aggressionsauslösende und -verstärkende Reize zu mindern.

Dies geschieht vorwiegend durch passive Maßnahmen (Zuhören, Zureden, etc.) und ohne Körperkontakt.

Selbstverteidigung

Selbstverteidigungsmaßnahmen werden wenn nötig auch mit Körpereinsatz durchgeführt.

In der Regel wird jedoch auch hier empfohlen, es zu Beginn erst einmal mit akustischen Maßnahmen zu versuchen.

So kann ein lautes Rufen nach Hilfe schon viele Angreifer abschrecken. Bei körperlichen Über- oder Angriffen wehren sich die Opfer jedoch auch durch körperliche Maßnahmen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich selbst in einer Notsituation zu helfen.

Bestimmte Griffe, gezielte Schläge oder Tritte, Kratzen oder Beißen, all das kann in einer Notsituation helfen.

Viele Kampfsportarten lehren genau solche Maßnahmen.

Teilnehmer lernen, wie sie durch gezieltes und schnelles Eingreifen den Angreifer außer Gefecht setzen können, um der Situation zu entkommen.

Man lernt auch sich zu befreien, wenn man festgehalten wird oder wie Schläge abgewehrt werden können.

Häufig wird dabei auch der Überraschungseffekt genutzt. Dabei werden unvorhersehbare Maßnahmen ergriffen.

Plötzliches lautes Schreien kann hierbei schon genügen, um Angreifer zu verwirren und dann zu entkommen.

Deeskalation

Deeskalationsmaßnahmen setzen mehr auf der psychischen Ebene kann.

Wie kann ich auf jemanden einwirken um ihn zu beruhigen? Wie kann ich Situationen mit hohem Aggressionspotenzial entschärfen?

Deeskalation ist ein sehr komplexes Thema und es gibt schier endlose Strategien.

Zuhören. Ein Beispiel für eine Deeskalationsmaßnahme ist Aktives Zuhören.

Dabei wird durch Nicken, Bejahungen oder Verneinungen und einer aufmerksamen Körperhaltung dem Konfliktpartner angezeigt, dass man sich für das bestehende Problem interessiert.

Der Gesprächspartner fühlt sich dadurch verstanden, was beruhigend wirkt.

Botschaften. Ein weiteres Beispiel sind Ich-Botschaften.

Dadurch versucht der Sprecher dem Zuhörer sein Problem zu erklären, ohne diesen persönlich anzugreifen.

Anstatt zu sagen „Du hörst mir nie zu!“, sagt der Sprecher einer Ich-Botschaft: „Wenn du nicht zuhörst, gibst du mir keine richtige Antwort und ich fühle mich verletzt.“

Durch diese Sprechweise kann der Zuhörer erkennen, dass sein Verhalten nicht immer so vorkommt, da der Satz mit „wenn“ beginnt.

Außerdem erkennt er die Wirkung seines Verhaltens und welche Gefühle dadurch bei dem anderen entstehen.

Durch diese Vorgehensweise ist es für beide Parteien leichter zu verstehen, was der andere sagen möchte und wo sein Problem liegt.

Tipps zur eigenen Verteidigung

Es ist somit nicht unbedingt nötig jahrelang Kampfkünste zu studieren, um sich selbst zu schützen.

In der freien Wildnis suchen Raubtiere häufig leichte Beute. Nicht anders ist es mit Menschen.

Wenn Sie sich wehren, steigt das Risiko für den Täter. Steigt das Risiko für den Täter, bricht dieser eventuell den Angriff ab.

Seien Sie daher entschlossen, sich zu schützen. Selbst ohne intime Kenntnis von Kampfsport oder Waffenbesitz.

Näheres hierzu finden Sie in dem Kapitel „Schwachstellen erkennen und ausnutzen“.

Folgende Tipps können Ihnen helfen sich zu schützen:

Gesunder Menschenverstand

Viele Gefahrensituationen können vermieden bzw. umgangen werden. Vermeiden Sie es, egal ob Mann oder Frau, abends oder nachts alleine unterwegs zu sein.

Lieber einen Zug eher nach Hause fahren oder eine Abkürzung nicht nehmen und dafür sicher sein.

Gehen Sie, falls Sie Kinder haben, als Erwachsene mit gutem Beispiel voran.

Wenn Ihre Kinder merken, dass Sie im Voraus Routen planen und sich Gedanken über Sicherheit machen, werden diese von Ihnen lernen.

Ruhe und Stärke ausstrahlen

Sollten Sie trotz aller Vorsicht in eine gefährliche Situation geraten, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Täter suchen leichte Opfer.

Falls Sie Ruhe und Stärke ausstrahlen, können Sie den Täter eventuell verunsichern.

Schauen Sie nicht ängstlich zu Boden. Stehen Sie nicht geduckt, sondern gerade. Lassen Sie den Täter nicht aus den Augen.

Andere Personen direkt ansprechen

Falls Sie sich in einem öffentlichen Raum bewegen, rufen Sie nicht pauschal um Hilfe.

Sprechen Sie beistehende oder vorbeikommende Menschen direkt an und bitten Sie um Hilfe.

Pauschale Hilferufe können anonym abgelehnt werden. Direkte Anfragen fordern eine direkte Reaktion von der Person.

Mit Händen und Füßen

Greifen Sie niemals harte schmerzunempfindliche Stellen an (Stirn, Ellenbogen).

Ein Tritt zwischen die Beine, ein Schlag gegen die Nase oder im Notfall ein Stich mit dem Finger ins Auge können den Täter außer Gefecht setzen.

Rennen Sie weg, sobald der Täter außer Gefecht ist. Verbleiben Sie nicht am Ort des Geschehens!

Im allerhöchsten Notfall

Sollte Ihr Leben in größter Gefahr sein, sollten Sie Hilfsmittel einsetzen, um sich zu schützen.

Haben Sie in Ihrer Tasche vielleicht einen Kugelschreiber (vielleicht sogar einen „Tactical Pen“), einen Schlüssel oder einen Regenschirm, den Sie als improvisierte Waffen benutzen können?

Können Sie eine Tasche oder einen Rucksack benutzen, um damit Schläge abzufangen oder den Täter anzugreifen?

Waffen

Falls Sie vorsorgen möchten, können Sie auch vorher Waffen kaufen und mitführen.

Folgende Waffen können Sie mit sich führen:

  • Pfefferspray
  • CS Gas
  • Hochleistungstaschenlampen (zum Blenden oder als improvisierte Schlagwaffe)
  • Taschenalarm (um den Täter zu verängstigen)
  • Elektroschocker (riskant, falls Sie ungeübt sind)
  • Tactical Pen

Für folgende Waffen benötigen Sie einen kleinen Waffenschein oder dürfen Sie nur innerhalb der eigenen vier Wände nutzen:

  • Schreckschusspistolen
  • Gaspistolen
  • Schlagstöcke/Teleskopschlagstöcke (nur zu Hause)

Selbstbehauptung – Ein großes Wort mit Potential

Es geht wild zu. Da draußen. Da muss man aufpassen. Keine Angst haben. Sich zeigen. Behaupten. Man selbst sein.

Da draußen lauern Gefahren. Man ist nicht sicher. Man braucht Schutz.

Doch wer sind die Gefahren? Wo lauern sie?

Und versetzt nicht auch schon die Suche nach ihnen uns in ein zögerliches Gefühl der Vorsicht, der Zurückhaltung, der Angst und des Schreckens?

Hier kommt die Selbstbehauptung ins Spiel. Heute scheint es, um Verteidigung zu gehen und Behauptung.

Sich selbst zu behaupten, bedeutet auch gleichzeitig sich selbst zu erkennen, seine Stärken, Schwächen, Lieben, Neigungen, Werte und Vorstellungen im Herzen zu spüren.

Sich in dieser Pracht und Einzigartigkeit erkennen zu dürfen zieht eine Verantwortung mit sich:

Die der Selbstbehauptung und die wird in unseren Zeiten auch immer mehr und stetiger verbal eingefordert.

Es ist wichtig, sich und seinen Standpunkt vertreten zu können. Sich in seiner Sichtweise und Argumentation behaupten zu können.

Doch das ist nur die eine Stärke der verbalen Selbstbehauptung.

Was macht verbale Selbstbehauptung aus?

Zu dieser gehört ebenfalls das empathische Talent sich in die Gesprächskünste, Argumentationsstrukturen und Denkweisen seines Gegenübers einzulassen und ihn dort abzuholen, wo er sich befindet.

Es ist eine Gabe, die es geschickt zu nutzen gilt.

Es geht nicht um Selbstbehauptung und den eigenen Willen, sondern um den Versuch sich den anderen zu erklären, sich zu zeigen und zu offenbaren.

Dazu zählt innere Stärke für sich und den anderen. Man tritt für sich und seine Werte ein, seinen Glauben, sein Vertrauen und seine Kraft.

Wer in sich ruht, der kann sich auch sicher in verbale Selbstverteidigung begeben.

Denn hier wird die Verteidigung nicht zu einer solchen.

Hier wird die Ruhe zur Kraft und die Versuchung der anderen von der eigenen Überzeugung zu weichen, zur Herausforderung der eigenen Stärke.

Schließlich kommt es bei verbaler Selbstverteidigung auch darauf an, die Situationen abzuwägen, in denen zur Strategie der verbalen Selbstverteidigung gegriffen wird.

Sind die eigenen Wünsche, Werte und Überzeugen so vordringlich oder tendiert man zum Schweigen?

Doch gerade im Kleinen gründet sich das Fundament der Selbstbehauptung und es zeigt sich die wahre Offenheit für des anderen Ichs.

In verbaler Selbstverteidigung geht es auch darum für seine Wünsche und Bedürfnisse zu kämpfen und den Mut in all jenen Situationen zu finden, die es einem abverlangen.

Selbstbehauptung zwischen eigenen Bedürfnissen und Selbstaufgabe

In einer offenen Gesellschaft freut man sich über das Interesse des Anderen an der eigenen Person.

Es ist die offene Tür für das andere, statt sich mit Furcht und Ablehnung dem Andersartigen zu verschließen.

Doch mit einem eigenen Wertekonzept kommt auch die Verantwortung zum Handeln nach den eigenen Vorstellungen.

Wenn diese gegen Ansichten und Werte anderer sprechen und auf Ablehnung stoßen, wird die verbale Selbstverteidigung zum Drahtseilakt zwischen Selbsterfüllung und -aufgabe.

Sprachgewandt ist Allerhand

Mit einem flotten Spruch auf den Lippen und einer guten und gesunden Werteüberzeugung schreitet es sich viel selbstbewusster durch die deutschen und internationalen Straßen.

Für all jene, die sich mehr verbale Schlagkraft wünschen, können Übungen vor dem Spiegel helfen. Denn zu den richtigen Worten hilft eine überzeugende Körpersprache.

Hier spielen vor allem die Augen eine besondere Bedeutung. Denn in ihnen ruht und liegt die Kraft der Überzeugung.

Mit und in ihnen fällt die Behauptung, denn sie bergen das Innerste der Überzeugung.

Wer verbales Schlagworttraining bedarf, der übt vor dem Spiegel und lässt sich seine eigene Wirkung auf sich selbst erfahren.

Auf zur verbalen Attacke!

Konfrontation durch Sprache entschärfen

Die Power der Worte – Konfrontationen durch Sprache entschärfen

Wie gehe ich mit Konflikten gezielt um? Was tun, wenn die Situation zu eskalieren droht?

Grundsätzlich muss man jede Konfliktsituation zunächst genau einschätzen.

Manchmal ist die Situation brenzlig und man muss sich sofort körperlich wehren, aber oft lässt sich die Lage durch richtige Kommunikation entschärfen.

Ihr Hauptziel ist es immer, Konfrontationen gewaltfrei zu lösen.

Deshalb zählt die richtige Kommunikation zu den Hauptaspekten der Selbstverteidigung.

Verständnis und Freundlichkeit sind besonders wichtige Kriterien zur Deeskalation.

Wesentliche Tipps zu deeskalativer Rhetorik

  1. Einfühlsames Eingehen auf den Gegenüber kann häufig schon zum Ziel führen und die Situation deutlich entspannen.
  2. Nutzen Sie Türöffner wie „Echt?“, „Spannend!“ oder ähnliches.
  3. Versuchen Sie die Unterhaltung am Laufen zu halten. Interesse und gezieltes Zuhören vermitteln dem Angreifer Wertschätzung.
  4. Machen Sie dem Ruhestörer keine Vorwürfe, sondern vermitteln ihm durch Ich-Botschaften, wie Sie sich in der gegebenen Situation fühlen und warum Sie dafür schnellstmöglich eine friedliche Lösung finden möchten.
  5. Beweisen Sie Zivilcourage, indem Sie anderen in brenzligen Situationen zur Seite stehen und gemeinsam versuchen die Lage zu entschärfen.
  6. Gerade Jugendliche wollen ständig neue Grenzen austesten. Zeigen Sie Ihnen, dass Streit, Geschrei und Gewalt niemals zum Ziel führen, sondern nur nervenaufreibend und sinnlos sind.
  7. Auch wenn Sie beleidigt oder wüst beschimpft werden, behandeln Sie Ihr Gegenüber dennoch stets mit Respekt und bleiben Sie immer sachlich, um zu zeigen, dass auch Ihnen Respekt und Wertschätzung gebühren.
  8. Provozieren Sie den Angreifer nicht noch zusätzlich!
  9. Bleiben Sie immer aufmerksam, solange die Lage sich nicht merklich beruhigt hat!
  10. Bieten Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit zu Wort zu kommen und sich selbst zu erklären, um so möglicherweise weitere Ansatzpunkte zur Deeskalation zu erhalten.

Richtiges Verhalten bei möglicher Gewaltbereitschaft des Gegenübers

Die Weigerung des Gegenübers einer Forderung nachzukommen, Zusammenstöße mit aggressiven, (alkoholisierten) Personen oder Gruppen, Pöbeleien im öffentlichen Verkehr.

Ob es Sie selbst oder andere betrifft, ruhiges, bestimmtes Auftreten nimmt Ihrem Gegenüber oft schon den Wind aus den Segeln.

Ein Beispiel für eine typische, konfliktgeladene Alltagssituation:

Sie sind mit Ihrem Kind, welches ein beliebiges Fanshirt trägt, in der U-Bahn, wo sie von einem oder mehreren gegnerischen Fans angepöbelt werden.

Stellen Sie sich zunächst schützend vor Ihren Sohn oder Ihre Tochter.

Erklären Sie dem oder den Aggressoren Ihr Verständnis für deren Missfallen an der Lieblingsmannschaft Ihres Kindes.

Machen Sie jedoch gleichzeitig deutlich, dass Ihnen deren unangemessenes Verhalten gegen den Strich geht.

Die Umgebung miteinbeziehen, um den Gegner abzuschrecken

Wenn das nichts bringt, sprechen Sie gezielt andere Personen an und lenken die Aufmerksamkeit auf sich:

„Sie im blauen Hemd, welcher Verein gefällt Ihnen am besten?“

„Du mit den Pippi-Langstrumpf-Zöpfen – welchen Club mag dein Papa besonders gern?“ usw.

Normalerweise sollte dies schon reichen, um die angespannte Situation zu deeskalieren.

Kommt es dennoch zu körperlichen Übergriffen gehen Sie zur Selbstverteidigung über und bitten Sie überdies laut, deutlich und präzise um Hilfe:

„Sie mit dem rosa Smartphone, verständigen Sie bitte umgehend die Polizei!“

Zusammengefasst

  1. Situation genau einschätzen.
  2. Umgebung beobachten und gegebenenfalls einbeziehen.
  3. Kommunikationsfluss am Laufen halten.
  4. Sicher, ruhig und bestimmt auftreten.
  5. Genau zuhören und Einfühlungsvermögen zeigen.

Selbstbehauptung im Alltag lernen

Sie wissen, was Sie möchten? Doch dann fehlt der Mut, dazu zu stehen?

Ein Problem, das viele Menschen kennen. Selbstbehauptung – hört sich ziemlich egoistisch an. Ist es aber nicht.

Schlagkräftig – mit Worten – und aufrecht durchs Leben gehen, das heißt Selbstbehauptung.

Wozu überhaupt verbale Selbstverteidigung?

Zugegeben, es wäre schön, wenn sich alle Wünsche von alleine erfüllen würden. Doch in der Realität ist das (fast) nie der Fall.

Wollen Sie etwas erreichen? Dann müssen Sie dafür etwas tun. Sollen Sie Ihre Mitmenschen akzeptieren und respektieren? Tragen Sie dazu bei.

Sich selbst behaupten können, heißt, den Mitmenschen gegenüber Grenzen setzen. Aktiv werden, wenn eine verbale Verletzung für innere Unruhe sorgt.

Wichtig: Nicht nur die körperliche Gewalt und/oder eine Straftat zählen zu Grenzverletzungen.

Verletzungen werden von den Mitmenschen bewusst und unbewusst getätigt. Auch werden die diversen Verletzungen unterschiedlich aufgenommen:

Was Sie vielleicht rasend macht, löst bei Ihrem Mitmenschen ein müdes Lächeln aus.

Umgekehrt – natürlich genauso.

Verbale Selbstverteidigung statt körperlicher Gewalt. Bei jedem Training stehen Angriffe abseits körperlicher Gewalt im Vordergrund.

Diese verbalen Attacken schmerzen oft genauso. Schwierige Alltagssituationen mit ein paar Tricks besser lösen können.

Selbstbehauptung heißt

Sich selbst annehmen. Dann darauf achten, dass keiner mehr, die eigenen Grenzen überschreitet. Die eigene Meinung kennen, dazu stehen – und anderen gegenüber kundtun.

Aber auch: Meine Mitmenschen so behandeln, wie ich es mir selbst wünsche.

Das Zauberwort dafür: Selbstbewusstsein.

Zutat 1 – Selbstbewusstsein lernen

Es wird Zeit, dass Sie sich selbst kennen lernen:

Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Leute behandeln Sie mies oder spotten über Sie. Innerlich geben Sie diesen Menschen aber sogar Recht.

Dann müssen Sie zuerst lernen, dass Sie ein Mensch wie jeder andere sind. Dass Sie, genauso wie Sie sind, wichtig und richtig sind.

Die innere miese Stimme, die ständig rumnörgelt: Mit dieser müssen Sie sich bewusst auseinandersetzen.

Dabei ist es egal, ob es körperliche und/oder andere Schwächen sind, die Sie an sich selbst hassen. Zu denen Sie nicht stehen.

Sich selbst akzeptieren, aber offen sein für Veränderungen

Kleiner Tipp: Akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind. Hören Sie aber nicht auf, an sich selbst zu arbeiten.

Heißt: Wenn Ihnen Ihre Frisur nicht mehr gefällt, dann ändern Sie diese einfach. Funktioniert auch mit so manchem Handicap, das Sie stört.

Zusammengefasst: Statt sich zu ärgern und in alten Gewohnheiten stecken zu bleiben – diese anpacken und bewusst ändern.

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Dafür verinnerlichen Sie: Ich bin ein wunderbarer Mensch – mit meinen kleinen Fehlern und Makeln. Diese hat übrigens jeder Mensch.

Klappt es nicht mit der Annahme der kleinen Schwächen? Dann tun Sie einfach, als ob. Kurz erklärt: Sie können Ihre schiefe Nase nicht akzeptieren?

Das muss aber – außer Ihnen – keiner wissen.

Verteidigen Sie sich, wenn jemand Sie deswegen hänselt. Zeigen Sie nach außen, ich bin mit meiner Nase liebenswert. Hilft, damit Sie sich mit Ihrer Nase aussöhnen können.

Mit mehr Selbstbewusstsein werden Sie generell ruhiger. Dadurch können Sie gelassen und aktiv an Probleme herangehen. Diese schneller und besser lösen.

Verbale Selbstverteidigung gelingt, mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein.

Zutat 2 – Das innere Gleichgewicht in Balance halten

Zum Selbstbewusstsein gehört auch die innere Haltung.

Das heißt: Sie lassen jeden so sein, wie er möchte. Jeder hat das Recht seine Meinung kundzutun. Auch wenn Sie anderer Meinung sind.

Zusammengefasst: Sie akzeptieren Ihre Mitmenschen.

Aber: Stehen dabei zu sich selbst. Sie lassen sich nicht verbiegen. Können Meinungsverschiedenheiten ruhig lösen. Wissen, dass sich manche nicht lösen lassen.

Sie müssen sich nicht lautstark verteidigen. Oder andere Menschen verbal attackieren.

Denn Sie haben das nötige Selbstbewusstsein und die richtig innere Balance.

Sie haben Ihre Meinung – gönnen dem Diskussionspartner aber seine Meinung.

Zutat 3 – Interesse am Leben

Lernen Sie ständig dazu. Interessieren Sie sich für Neues. Halten Sie nicht starr an alten Mustern fest. Lassen Sie sich hinreißen.

Vergrößern Sie Ihren Wortschatz. Vielleicht nutzen Sie auch ein tolles Rhetorik-Training.

Befassen Sie sich mit Kommunikation und ein wenig Psychologie. Die Menschen sind zwar Individuen, ticken aber auch immer wieder gleich.

Deswegen: Je offener Sie auf Ihre Mitmenschen zugehen, desto mehr positives Feedback werden Sie erhalten. Es lohnt sich.

Nun heißt es: Training

Nehmen Sie die drei Zutaten und probieren Sie es gleich aus: Arbeiten Sie an sich selbst. Lernen Sie sich von Grund auf kennen.

Stehen Sie zu sich. Lassen Sie sich nicht verunsichern. Rückschläge halten Sie nicht ab.

Sie schaffen es nicht allein? Kein Problem.

Effektive Trainings für mehr Selbstbehauptung helfen. Dort werden Konfliktsituationen nachgestellt. Wie verhalten Sie sich richtig? Ein Trainer hilft bei dieser Frage weiter.

Selbstbehauptung statt körperlicher Abwehrtechniken. Deswegen wichtiger Punkt beim jedem Training zur Selbstverteidigung:

Sich selbst zu behaupten. Zu sich selbst stehen.

Die Realisierung im Alltag

Selbstbewusste Menschen werden von den Mitmenschen besser akzeptiert und anerkannt. Sie werden nicht so oft verbalen Attacken ausgesetzt.

Jeder Mensch hat Angst, wenn jemand zurückschlägt.

Also, lieber Finger weg, vor selbstbewussten Menschen.

Die Gefahr: Diese könnten mit einer zielgerichteten verbalen Selbstverteidigung zurückschlagen. Dadurch auf eigene Fehler und Macken aufmerksam machen.

Selbstbewusst durchs Leben marschieren – öffnet viele Türen leichter. Probieren Sie es gleich aus.

Konflikte lösen durch innere Stärke

Hand aufs Herz: Wie gut bewältigen Sie Konfliktsituationen? Jeder Mensch reagiert anders. Meistens handeln wir unterbewusst.

Doch Sie können Auseinandersetzung auch strategisch angehen.

Wo Menschen zusammenleben oder -arbeiten entstehen Reibungspunkte. Konflikte sind unvermeidbar. Doch entscheidend ist die Reaktion.

Situationen erkennen ist eine Sache. Die eigenen Grenzen zu kennen eine andere. Innere Stärke können Sie trainieren. Und Konflikte eindrucksvoll lösen.

Also was genau bedeutet Selbstbehauptung?

  • Sich behaupten.
  • Sich selbst erfolgreich verteidigen.
  • Sich gegen Widerstände halten und durchsetzen.

So die Bedeutungsansätze des Duden.

Ein Blick auf die Wikipedia-Definition geht mehr ins Detail: Das Bewusstsein für eigene Grenzen und Rechte sowie die Fähigkeit, diese zu kommunizieren.

Selbstbehauptung ist eine Frage des Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens. Ein gesundes Ego als Zeichen innerer Stärke.

Und somit das nötige Durchsetzungsvermögen für eine Vielzahl von Alltagssituationen.

Je überzeugter Sie von Ihrer Meinung sind, desto überzeugender können Sie diese vertreten. Darum geht es. Konflikte meistern, nicht meiden.

So hilft Selbstbehauptung im Arbeitsalltag

Ein angenehmes Betriebsklima fördert Motivation und Kommunikation. Reibungslos läuft es jedoch in den seltensten Fällen.

Wo Menschen sind, sind auch Meinungen. Und unterschiedliche Interessen.

Besonders Büros gleichen einem Mikrokosmos. Eine Vielzahl von Personen und Persönlichkeiten auf engstem Raum.

Konkurrenzdruck birgt Konfliktpotenzial. Und dieses gilt es zu erkennen.

Selbstbehauptung im Berufsalltag heißt vor allem Grenzen setzen. Im angebrachten Moment „nein“ sagen. Ohne zum notorischen Neinsager zu werden.

Sie möchten wissen wie? Unser kostenloses eBook „Mut statt Wut: Nein sagen & Grenzen setzen“ verrät es.

Wer immer freundlich und hilfsbereit ist bekommt zwangsläufig Probleme.

Im Job müssen Sie auch Widerstand leisten. Sonst werden Sie schnell zum Spielball Ihrer Kollegen und Vorgesetzten.

Schmeichlern den Wind aus den Segeln nehmen

Komplimente können motivieren. Allerdings sollten Sie genau hinhören. Bauchpinselei ist nicht selten die Vorstufe zweifelhafter Entscheidungsfragen.

Beispielsweise wenn Ihnen jemand eine scheinbar wichtige Aufgabe übertragen möchte. Oder der Zeitrahmen für ein Projekt vorsichtig formuliert utopisch erscheint.

Hier gilt es Grenzen zu setzen. Sonst stoßen Sie schon bald an die eigenen.

Eine kategorische Ablehnung ist meist nicht notwendig. Oft reicht schon eine geschickte Gegenfrage. Oder ein Denkanstoß.

Beispielsweise warum ausgerechnet Sie besonders gut für den Job geeignet sein sollen. Oder welche andere Arbeit dafür vorerst liegenbleiben kann.

Nicht immer kommt berechnendes Lob von Vorgesetzten. Auch Kollegen versuchen so mitunter Arbeit abzuwälzen.

Ihre Kollegen kennen Sie selbst am besten. Und wissen vermutlich, wer wirklich viel zu tun hat oder einfach nur wenig zu tun haben möchte.

Egoisten die kalte Schulter zeigen

Sehen Sie sich selbst als umsichtigen, hilfsbereiten Menschen? Dann wissen Ihre Kollegen das sehr wahrscheinlich auch. Aber nicht jeder wird es wirklich zu schätzen wissen.

Hilfsbereitschaft ist eine Tugend. Allerdings kann diese schnell frustrierend werden. Wenn kollegiales Verhalten zur Einbahnstraße wird.

Vielleicht kennen Sie selbst Kollegen, die Hilfe mögen. Allerdings selbst so gut wie nie helfen. Und auch hier sollten Sie Grenzen setzen.

Ein entschiedenes „Nein“ ist eine vollwertige Antwort. Sie müssen sich nicht entschuldigen oder rechtfertigen.

Ein vieldeutiges „Warum weißt, Du wahrscheinlich alleine.“ sollte als Denkanstoß genügen.

Ihr Gegenüber lässt nicht locker? Sprechen Sie das Thema offen an. Erklären Sie, wie Sie fühlen. Sagen Sie, was Sie stört. Ganz ohne Schuldzuweisungen.

Denken Sie daran: Sie kommunizieren Ihr persönliches Empfinden.

Machen Sie klar, dass Sie grundsätzlich gerne helfen. Jedoch nicht gewillt sind, sich (länger) ausnutzen zu lassen.

Kritikern die Stirn bieten

Niemand wird gerne kritisiert. Doch auch Kritik kann motivieren. Vorausgesetzt sie ist angemessen, gerechtfertigt und konstruktiv. Entscheidend ist Ihre Reaktion.

Die Frage ist: Wer kritisiert? Jemand, der Sie und Ihre Arbeit besser machen möchte? Oder jemand, der sich selbst besser fühlen möchte?

Erkennen Sie den Unterschied.

Souverän reagieren können Sie in beiden Fällen. Doch wie reagieren Sie richtig auf Kritik?

Hier ein kurzer Leitfaden:

  1. Zuhören. Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden. Hören Sie sich die Argumente an.
  2. Bewerten. Überlegen Sie wie sachlich und konstruktiv die Kritik ist. Hinterfragen Sie den Vorwurf möglichst neutral.
  3. Ruhig bleiben. Lautstärke ist kein Zeichen von Stärke. Wer die Stimme hebt, steigert unnötig das Konfliktpotenzial.
  4. Anerkennen. Demonstrieren Sie Kritikfähigkeit indem Sie sich für das Feedback bedanken.
  5. Zustimmen. Bestimmte Kritikpunkte sind gerechtfertigt? Dann sollten Sie das auch kommunizieren.
  6. Erklären. Hier geht es um Ihre Sichtweise, nicht um Rechtfertigungen
  7. Anregen. Erfragen Sie konkrete Erwartungen. Und machen Sie Verbesserungsvorschläge.

Auch kritisieren gehört zur Selbstbehauptung. Im Idealfall tun Sie das unter vier Augen.

Und auch hier gilt: Bleiben Sie sachlich und konstruktiv. Vermeiden Sie vorwurfsvolle Pauschalisierungen.

Selbstbehauptung als Mittel gegen Mobbing?

Heftige Kritik vom Chef oder Sticheleien von Kollegen – Konfliktsituationen sind im Berufsleben keine Seltenheit.

Wird aus gelegentlichen Konflikten jedoch systematische Diskriminierung, handelt es sich um Mobbing.

Selbstbehauptung kann Psychoterror am Arbeitsplatz nicht nur lindern, sondern auch verhindern. Indem Sie Grenzen setzen. Sich selbst und in erster Linie anderen.

Mobber suchen leichte Opfer. Behaupten Sie sich selbst, demonstrieren Sie innere Stärke. Sie verschaffen sich Respekt. Und bieten so weniger Angriffsfläche.

Wichtig ist: Analysieren statt ignorieren! Mobbing ist oft ein schleichender Prozess. Nur wer die Anzeichen erkennt, kann frühzeitig gegensteuern.

Selbstbehauptung hilft. Im Idealfall schon, bevor sich die Spirale anfängt zu drehen.

Eindrucksvoll argumentieren mit Ich-Botschaften

Eine der größten Hürden beim Thema Selbstbehauptung? Den eigenen Standpunkt darlegen. Verständlich das eigene Empfinden in Worte zu packen.

Sobald wir unsere Meinung kundtun, werten wir. Entscheidend ist dabei nicht nur die Kommunikation. Die Perspektive kann den Unterschied ausmachen.

Nehmen wir ein Beispiel:

Sagen wir, einer Ihrer Kollegen bittet Sie „noch kurz“ etwas für ihn zu erledigen.

Während Sie seine Arbeit auf dem Tisch haben, verabschiedet sich besagter Kollege gut gelaunt in den Feierabend.

Ihre Verwunderung dürfte groß sein. Ihr Ärger vermutlich noch größer. Schaffen Sie es, Ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen?

Innere Stärke

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Nehmen wir an, Sie sprechen Ihren Kollegen am nächsten Tag darauf an. Und kritisieren das irritierende Verhalten.

Dann läuft es im Grunde genommen auf eine der folgenden Aussagen hinaus:

1. „Du hast egoistisch gehandelt.“

2. „Ich habe mich ausgenutzt gefühlt.“

Ganz ehrlich: Welche Variante ist Ihnen angenehmer? Wie würden Sie die Situation angehen?

Die Grundaussage ist die gleiche. Der Unterschied liegt in der Perspektive:

Im ersten Beispiel machen Sie eine Aussage über den anderen. Im zweiten Beispiel eine über sich selbst. Du-Botschaft gegen Ich-Botschaft.

Wo Konflikte sind, sollten auch Kompromisse sein. Mit Ich-Botschaften argumentieren Sie weniger vehement. Aber immer noch konsequent.

Was sind Ich-Botschaften konkret?

Ich-Botschaften sind im Wesentlichen Bestandteil der Konfliktkompetenz. Die Fähigkeit seinen Standpunkt zu vermitteln. Und Konflikte zu lösen.

Kernelement des Konzepts ist dabei die sogenannte „Selbstoffenbarung“. Das glaubwürdige und wertungsfreie Artikulieren von Meinungen und Gefühlen.

Zurückzuführen ist der Begriff auf das sogenannte Gordon-Modell zur „niederlagelosen Konfliktlösung“.

Wie kommunizieren Sie eine Ich-Botschaft?

In Konfliktsituationen reagieren wir meist emotional. Ob wir wollen oder nicht.

Dabei können neutrale Aussagen und eine sachliche Argumentation den Unterschied ausmachen. Deeskalation durch richtige Wortwahl.

Im Wesentlichen bestehen Ich-Botschaften aus drei Teilen:

  1. Wertungsfreie Beschreibung des Verhaltens: Was ist der situationsbedingte Auslöser.
  2. Konkrete Folge des Verhaltens: Welches ist die greifbare Auswirkung.
  3. Das ausgelöste Gefühl: Wie ist das persönliches Empfinden.

Erinnern Sie sich an das Beispiel mit der unkollegialen Arbeitsteilung zu Beginn des Abschnitts? Für Gordon würde die passende Argumentation wie folgt aussehen:

„Wenn du kurz vor Feierabend Arbeit an mich abgibst, muss ich länger bleiben und das ärgert mich.“

Sie erläutern anschaulich Ihre Sicht der Dinge. Aus der Ich-Perspektive.

Welches sind die Vorteile von Ich-Botschaften?

Sie konfrontieren Ihr Gegenüber mit einem bestimmten Sachverhalt. Subtil, ohne übertriebene Vehemenz und Vorwürfe.

Durch konstruktive Kritik entsteht eine offene Gesprächssituation. Zudem übernehmen Sie ansatzweise Eigenverantwortung.

Außerdem begegnen Sie Ihrem Gegenüber auf Augenhöhe. Eine Du-Botschaft kommt gefühlt eher von oben. Und kann schnell herablassend wirken.

Mit einer Ich-Botschaft können Sie also ganz konkret:

  1. Ihre Gefühle und Bedürfnisse mitteilen.
  2. Eine erzwungene Verteidigungshaltung Ihres Gegenübers verhindern.
  3. Eine Grundsatzdiskussion vermeiden.

Sie schaffen folglich eine lösungsorientierte Diskussionsgrundlage.

Wie gestalten Sie Ich-Botschaften noch wirkungsvoller?

Das Geheimnis konstruktiver Kritik: Beurteilen ohne zu verurteilen. Im Idealfall mit einem konkreten Lösungsvorschlag. Einer Bitte.

In unserem konkreten Beispiel könnten Sie Ihrem Kollegen noch folgende Worte mit auf den Weg geben:

  • „Versuche das nächste Mal nicht bis kurz vor Feierabend zu warten.“

oder

  • „Bitte bleibe das nächste Mal einfach auch länger da.“

Sie zeigen Ihrem Gegenüber, was er besser machen kann. Was sich ändern sollte, damit es Ihnen besser geht.

Und wie solche Konfrontationen vermieden werden können.

Aber denken Sie daran: Machen Sie konkrete und umsetzbare Vorschläge. Ein allgemeiner Appell an kollegiales Verhalten ist nur bedingt zielführend.

Und aus einer reflektierten Kritik gefühlt ein persönlicher Vorwurf. Ihre Ich-Botschaft zur Du-Botschaft.

Selbstbehauptung als Form der Selbstverteidigung?

Werden Ihre persönlichen Grenzen überschritten, müssen Sie handeln. Meist geschieht das unterbewusst. Sie können Ihre Reaktion jedoch auch bewusst steuern.

Selbstbehauptung ist verbale Selbstverteidigung. Wörter, Stimmlage und Körpersprache wirken dabei wie punktgenaue Handgriffe. Und das können Sie trainieren.

Das Grundkonzept beider Strategien: Es geht um Konfliktvermeidung. Oder notfalls dessen angemessener Lösung.

Es geht nicht um gewinnen und verlieren, sondern vielmehr um das Einhalten von Grenzen.

Selbstbehauptung ist gewissermaßen die Vorstufe zur Selbstverteidigung. Und zugleich zentraler Bestandteil.

Gewaltfreie Konfliktlösung ist das erklärte Ziel. In kritischen Alltagssituationen ist das jedoch nur bedingt möglich. Und dann gilt es bedacht und bestimmt zu reagieren.

In unserem eBook „In 2 Sekunden außer Gefecht“ lernen Sie Techniken und Strategien zur effektiven Selbstverteidigung und Selbstbehauptung. Um sich und Ihre Mitmenschen vor Angriffen zu schützen.

Fazit

Selbstbehauptung bedeutet Selbstschutz. Doch nur wenn Sie sich Ihrer persönlichen Grenzen bewusst sind, können Sie diese auch kommunizieren.

Egal ob in Berufs- oder Privatleben – analysieren Sie Situationen. So können Sie Konfliktpotenzial frühzeitig erkennen. Und entsprechend reagieren.

Es geht nicht darum ihr Gegenüber buchstäblich in die Knie zu zwingen. Innere Stärke bedeutet, jemandem die Stirn zu bieten. Den eigenen Standpunkt festigen und verteidigen.

Author: WehrDichJetzt

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