Mobbing am Arbeitsplatz

Systematischer Psychoterror durch Kollegen und Vorgesetzte ist keine Seltenheit. Die Zahlen der Mobbing-Opfer in Deutschland sind erschreckend.

Egal ob versteckte Schikanen, öffentliche Demütigung oder gar tätliche Übergriffe – Mobbing hat viele unschöne Gesichter. Darunter leiden Lebensqualität und seelische Gesundheit. Treffen kann es jeden.

Doch Sie können sich wehren! Verbale Selbstbehauptung als Zeichen innerer Stärke.

Woran erkennen Sie, dass Sie gemobbt werden?

Konflikte sind unausweichlich. Insbesondere im Berufsleben. Doch es gibt einen Unterschied zwischen gelegentlichen Kontroversen und systematischer Diskriminierung.

Unter Umständen sind auch Sie schon Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz geworden. Bestimmte Handlungen und Verhaltensmuster können Anzeichen dafür sein. Sie sind unsicher?

Hier einige konkrete Alarmsignale:

Bleiben Sie am Ball.

Wir geben Ihnen gerne noch mehr Tipps und Techniken mit auf den Weg - für Sie und Ihre Familie.

  1. Überzogene Kritik Qualität und Zuverlässigkeit Ihrer Arbeit wird generell in Frage gestellt. Bereits kleinste Fehler und Versäumnisse werden debattiert.Sie werden vergleichsweise häufig und heftig kritisiert. Oder gar beleidigt.
  2. Verleumdung Sie sehen sich unsachlichen Andeutungen oder Unterstellungen konfrontiert. Es werden gezielt Gerüchte über Sie in Umlauf gebracht. Ihre Aussagen werden bewusst falsch wiedergegeben.
  3. Ausgrenzung Minimale oder fehlende soziale Interaktion: Sie werden bewusst ignoriert. Gespräche verstummen, sobald Sie den Raum betreten.Ihnen werden arbeitsrelevante Informationen vorenthalten oder die Zusammenarbeit mit Ihnen wird boykottiert.Sie bekommen einen isolierten Arbeitsplatz zugewiesen. Ihnen werden keine oder nur zweifelhafte Aufgaben übertragen.
  4. Belästigung Dinge verschwinden von Ihrem Arbeitsplatz. Sie sehen sich internem Telefonterror ausgesetzt. Sie werden Opfer sexistischer Bemerkungen oder körperlicher Annäherung.Es kommt zu versuchter Erpressung, Gewaltandrohung oder tätlichen Auseinandersetzungen.

Sie begegnen einigen Situationen wiederholt in Ihrem Arbeitsalltag? Dann sollten Sie hinterfragen!

Systematische Demütigung über einen längeren Zeitraum sind ein klares Zeichen für Mobbing bzw. „Straining“.

Welche sind die häufigsten Ursachen?

Mobbing ist ein komplexes Phänomen, die Deutungsansätze vielschichtig und viel diskutiert. Psychologie und Persönlichkeit sind entscheidend. Bei Täter und Opfer gleichermaßen.

Anspannung und Stress können zu Konflikten führen. Nirgends wird das offensichtlicher als im Beruf.

Das Betriebsklima bestimmt nicht nur die Produktivität. Auch die Lebensqualität wird beeinflusst. Mobbing ist dabei Gift für beides.

Doch was sind Gründe und Beweggründe für autoritäres Verhalten?

  1. Antipathie Häufig ist persönliche Abneigung Ursache für Diskriminierung. Egal ob auf Grund von Aussehen oder Persönlichkeit, Nationalität oder Religion, Lebensstil oder sexueller Orientierung.
  2. Konkurrenzdruck Auch Neid und Existenzängste sind ein entscheidender Faktor. Mobber haben Angst um Stelle und Stellung innerhalb des Unternehmens. Diskriminierung als Waffe im beruflichen Wettstreit.
  3. Firmenstruktur Ungleiche Arbeitsverteilung kann ebenfalls Auslöser sein. Und über- bzw. unterforderte Mitarbeiter zu Mobbing greifen lassen.Bestimmte Firmenhierarchien begünstigen zudem den Machtmissbrauch einzelner Personen.
  4. Kommunikationsdefizite Vergiftetes Betriebsklima ist idealer Nährboden für Schikanen und Intrigen.Sind Zusammenhalt und interne Kommunikation gestört, ist das Lästerpotenzial ungleich höher. Und somit auch die Chance für Mobbing.
  5. Führungsmängel Auch fehlende Autorität und mangelhafte Führungskompetenz kann Mobbing heraufbeschwören. Nicht selten üben Vorgesetzte selbst enormen psychischen Druck aus. Stichwort: „Bossing“.

Neue Mitarbeiter sind mitunter schnell die ersten Mobbing-Opfer. In einigen Fällen wird auch einfach nur ein Sündenbock gesucht. So oder so, Zielscheibe werden Sie meist zufällig.

Welche Folgen kann Mobben haben?

Jeder Mensch hat persönliche Grenzen. Werden diese zu lange oder zu weit überschritten, geht es an die Substanz. Die Auswirkungen können verheerend sein.

Oft geraten Opfer in einen Strudel: Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen leiden. Selbstwertgefühl und Selbstachtung sinken.

Betroffene drohen unter dem aufgebauten Druck zusammenzubrechen. Und ernsthaft zu erkranken.

Lebensqualität und Leistungsfähigkeit werden erheblich beeinflusst.

Die Symptome sind vielfältig: Nervosität und Konzentrationsschwächen, Misstrauen und Selbstzweifel, Angstzustände und sozialer Rückzug.

Die vermeintlichen Stress-Symptome können chronisch werden. Nicht selten greifen Mobbing-Opfer daher zu Medikamenten oder Alkohol.

Eine Abwärtsspirale, die über Krankheiten wie Burnout-Syndrom oder Depression sogar zum Suizid führen kann.

Warum Mobbing-Opfer sich wehren sollten?

Treffen kann es jeden. Entscheidend ist die Reaktion. Auch wenn Sie selbst Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz werden, verhalten Sie nicht wie eins!

Es ist wie in anderen Situationen: Täter suchen leichte Beute. Ein Mobber schikaniert vermeintlich Schwache. Sie sollen sich der Opferrolle fügen. Tun Sie ihm den Gefallen?

Analysieren Sie statt zu ignorieren. Handeln Sie. Indem Sie Grenzen setzen. Anderen und auch sich selbst. Bevor die psychische Belastung bedrohlich wird.

Mehr als die Hälfte aller Mobbing-Opfer wird krank. Jeder fünfte Betroffene kündigt seinen Job. Krankschreibung oder Kündigung als letzter Ausweg.

Das muss nicht sein! Selbstbehauptung als erster Schritt zum Selbstschutz.

Wie wehren Sie sich wirkungsvoll gegen Mobbing?

Wo hören Alltagskonflikte auf und wo fängt Mobbing an? Die Grenzen sind oft fließend. Es gilt Situationen zu erkennen. Und entsprechend zu reagieren.

Das Problem: Als Betroffener stehen Sie oft allein da. Egal, ob Sie von Kollegen oder Ihrem Vorgesetzten gedemütigt und ausgegrenzt werden.

Niemand möchte das nächste Mobbing-Opfer sein.

Dazu kommen Existenzängste. Die Angst den Job zu verlieren. Eine psychische Belastung, die nicht selten auch Partnerschaft und Familie belastet.

Je früher Sie sich wehren, desto kürzer ist Ihr Leidensweg. Unter Umständen können Sie einen drohenden Dauerkonflikt bereits im Keim ersticken.

Wir haben für Sie eine Reihe von Tipps zusammengestellt. Die besten Taktiken und Strategien für den Umgang mit Mobbern und Mobbing:

Rhetorische Selbstverteidigung

Haltlose Unterstellungen, verletzende Kritik oder persönliche Beleidigungen – die Liste an verbalen Angriffen ist lang.

Hier gilt es zurückzuschlagen. Mit Worten versteht sich. Schlagfertigkeit können Sie trainieren.

Verbale Attacken sind ein Zeichen für ein emotionales Ungleichgewicht. Jemand mit einem gesunden Selbstwertgefühl wird nicht zu Mobber.

Nicht selten sind verbale Konflikte eine Gratwanderung. Die angemessene Reaktion ist entscheidend. Doch wie sieht die aus?

Hier ein paar Vorschläge:

  1. Gegenfragen Sie sehen sich Anschuldigen oder Beleidigungen konfrontiert? Kontern Sie mit einer Gegenfrage. Verwickeln Sie Ihr Gegenüber in ein Frage-Antwort-Spielchen.Nicht Sie sollten sich rechtfertigen. Bringen Sie einfach den Mobber in diese Position. Durch geschicktes Nachhaken.
  2. Humor Auch eine Prise trockener Humor kann verbalen Angreifern den Wind aus den Segeln nehmen.Je nachdem wie heftig der Angriff war, können Sie auch schwere Geschütze auffahren. Sarkasmus oder Zynismus beispielsweise.
  3. Grenzen setzen „Bis hierher und nicht weiter.“ Vielleicht kennen Sie diesen Ausspruch. Es gibt unzählige Wege dieses Gefühl zu kommunizieren.Machen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass er zu weit gegangen ist. Und Sie derartiges Verhalten nicht länger dulden.Der einfachste Weg Grenzen zu setzen? „Nein“ Sagen. Verbale Selbstbehauptung können Sie lernen.

Wichtig beim Thema Schlagfertigkeit: Dosieren Sie angemessen! Fällt die Antwort zu heftig aus, ist der Gegenwind vermutlich noch stärker.

Oder Sie selbst stehen plötzlich als aggressiver Stimmungsmacher da.

Mobbing am Arbeitsplatz

pixabay.com © Concord90

Konfrontation

Auch wenn es Überwindung kostet: Treten Sie die Flucht nach vorn an! Suchen Sie den Dialog. Deeskalation durch Kommunikation. Eine Aussprache kann Wunder wirken.

Ihre Kollegen verstummen plötzlich, wenn Sie den Raum betreten? Fragen Sie ohne Umschweife nach den Gründen. Selbstbehauptung als Zeichen gesunden Selbstbewusstseins.

Sie sind mit dem Mobber alleine? Sprechen Sie ihn auf sein fragwürdiges Verhalten an.

Ein Gespräch unter vier Augen erhöht die Aussichten auf ein offenes Gespräch mit zufriedenstellendem Ausgang.

Schlimmstenfalls können Sie den mobbenden Mitarbeiter selbst in die Enge drängen. Indem Sie konkrete Konsequenzen androhen.

Innerbetriebliche Eskalationswege beispielsweise. Oder aber rechtliche Schritte.

Was Sie wissen sollten: Mobbing per se erfüllt in Deutschland keinen Strafbestand. Lediglich diverse Mobbing-Handlungen sind strafbar.

Und können entsprechend zur Anzeige gebracht werden.

Unterstützung suchen

Ihr Gegenüber ist nicht gewillt einzulenken? Dann sollten Sie Hilfe suchen. Im Unternehmen sowie in Ihrem Privatleben.

Meist ist Mobbing ein Gruppenphänomen. Wer Zeuge wird und nichts unternimmt, mobbt gewissermaßen mit. Trotzdem finden Sie in Ihrem Kollegenkreis vermutlich Verbündete.

Diese Unterstützung lindert nicht nur Ihre seelische Belastung. Sie kann auch etwaige Mobbing-Attacken mindern. Indem Sie diese publik machen. Und den Mobber somit isolieren.

Auch private Rückendeckung ist wichtig. Vertrauen Sie sich wichtigen Personen in Ihrem Umfeld an. Partner und Familie wollen, dass es Ihnen gut geht. Und dabei können sie helfen.

Aber bedenken Sie: Wird die Belastung zu groß, sollten Sie auch anderweitig Hilfe suchen. Egal ob medizinischen oder juristischen Beistand.

Auch Internetforen, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen können hilfreich sein.

Mobbing wird oft unterschätzt. Und die Auswirkungen somit verstärkt. Machen Sie nicht den gleichen Fehler!

Dokumentation

Eine bewährte Methode bei Mobbing am Arbeitsplatz: ein Mobbing-Tagebuch.

Auf den ersten Blick mag der Gedanke Unbehagen in Ihnen auslösen. Schließlich geht es darum, konkrete Konfliktsituationen detailliert zu dokumentieren.

Die Idee dahinter? Sie führen sich Ihre Situation anschaulich vor Augen. Sie wecken Ihr eigenes Bewusstsein. Sie hören auf zu ignorieren und beginnen zu analysieren.

Und können so eine entsprechende Strategie entwickeln.

Aber denken Sie noch einen Schritt weiter: Nehmen wir an, der Sachverhalt landet vor dem Betriebsrat oder gar vor Gericht.

Dann können Sie so etwaige Mobbing-Vorfälle konkret belegen.

Ihre Erinnerungsstütze als Argumentationshilfe und Beweismittel. Doch was gehört alles in ein Mobbing-Tagebuch? Hier die wichtigsten Eckdaten:

  • Wann und wo ist es passiert?
  • Was ist geschehen?
  • Wer war beteiligt? (Name und Position der Mobber)
  • Wer wurde Zeuge? (Name und Position der Kollegen)
  • Welches war die Ausgangssituation?
  • Wie lief der Vorfall ab?
  • Wie haben Sie reagiert?
  • Wie haben Sie sich gefühlt?
  • Gab es eventuell gesundheitliche Auswirkungen?

Halten Sie diese Details einfach tabellarisch in einem Buch fest. Oder aber einer Datei. Schon das Niederschreiben kann eine therapeutische Wirkung haben.

Sind Aufnahmen mit dem Smartphone oder ähnlichen Geräten eine Option? Arbeitsrechtlich gesehen dünnes Eis!

Wer heimlich Personalgespräche mitschneidet, riskiert eine fristlose Kündigung.

Fazit

Mobbing ist ein gesellschaftliches Phänomen. Egal ob „Bullying“, „Cyber-Mobbing“ oder systematischer Psychoterror am Arbeitsplatz – jeder kann Opfer von Diskriminierung werden.

Mobben verunsichert nicht nur. Mobbing zermürbt.

Im Berufsleben bleibt vielen Betroffenen nur der Jobwechsel als letzter Ausweg.

Sie können sich wehren. Und Sie sollten sich wehren. Denken Sie an Ihre persönlichen Grenzen. Verteidigen Sie diese. Und somit letztlich auch sich selbst.

Wenn aus verbalen Übergriffen tätliche Angriffe werden, ist die letzte Grenze überschritten.

Könnten Sie sich in solchen Situationen ausreichend zur Wehr setzen? Sie können! Das Geheimnis: Effektive Selbstverteidigung.

Author: WehrDichJetzt

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